Das große REBORN-Casting von Kati Schön

Düsseldorf, me and all hotel oberkassel, Sonntag, 10. Mai, 13 bis 18 Uhr. Fünf Stunden, in denen eine Hotellobby zum Laufsteg wurde.

Vor ein paar Tagen hat Düsseldorf wieder gezeigt, warum die Stadt ihren Ruf als Modestadt nicht nur aus der Historie zieht, sondern jeden Frühling neu verdient. Kati Schön, Schmuckdesignerin, Gastgeberin und seit Jahren eine der konstantesten Stimmen der lokalen Szene, lud zum offenen Casting für ihre neue Show REBORN.

Was als simpler Aufruf begann, wurde zum größten offenen Model-Casting, das die Stadt in diesem Jahr gesehen hat.

Die Frau hinter dem Namen

Man muss Kati Schön in Düsseldorf nicht erklären. Die gefeierte Schmuckdesignerin, bekannt für ihre Statement-Kreationen und ihr außergewöhnliches Design, hat sich mit viel Arbeit eine eigene Plattform gebaut. Ihre Düsseldorf Fashion Show zieht jedes mal Modebegeisterte aus aller Welt an und gibt vor allem jungen Talenten eine Bühne.

REBORN ist ihr nächstes Kapitel. Der Name ist Programm. Nach Jahren von schnellen Trends und schnellen Castings wollte Kati etwas zurückholen: das Handwerk, die Haltung, das echte Sehen.

Die Jury 

Am Rand des improvisierten Laufstegs saßen:

Kati Schön selbst, die jeden Walk mit den Augen einer Designerin las. Nicht nur „kann sie laufen“, sondern „trägt sie den Schmuck, trägt sie die Idee“.

Michel Kitenge, in Düsseldorf längst als der Fotograf gehandelt, der aus einem Hotelzimmer ein Studio macht. Er fotografiert nicht nur Gesichter, er fotografiert Präsenz. Wer vor seiner Linse stand, wusste: hier zählt kein Filter.

Die Herausgeberin des Fashion Guide Magazin, Agnes Jacobi. Ihr Blick ist nüchtern, ihr Urteil hat Gewicht.

Ricardo Alverèz, International Supermodel mit Base in Düsseldorf. Er kennt den Laufsteg von beiden Seiten und prüfte nicht die Pose, sondern die Haltung dahinter. Wer trägt, statt nur zu laufen.

Philipp Koop, Fitness- und Mental Coach aus Düsseldorf-Oberkassel. Sein Fokus lag nicht auf Maßen, sondern auf Körperspannung, Atmung und Ausstrahlung. Der Blick, der auch nach Stunde fünf noch trägt.

Vinh Vu, Gründerin von Modelcamp. Kreative Unternehmerin und Produzentin, die als Petite Model selbst in der Vogue stand und als Fotografin für L’Officiel, Marie Claire, Glamour, Grazia, ELLE und Harper’s Bazaar gearbeitet hat. Sie weiß, wie aus Nervosität Präsenz wird, und gab den Talenten genau das mit.

Und Stephen Sunday, Mr. Africa International 2024. Der 22-jährige Ugander gewann den Titel im Dezember in Freetown gegen 29 Konkurrenten aus dem ganzen Kontinent. Er kam nicht als Gaststar, sondern als Juror, der weiß, was es heißt, viermal anzutreten, selbst zu finanzieren und trotzdem zu gewinnen. Seine Ruhe gab dem Nachmittag eine internationale Ernsthaftigkeit.

Der Ansturm

Gegen 12:30 Uhr bildete sich die erste Schlange. Um 13 Uhr öffnete das Team. Bis 18 Uhr riss der Strom nicht ab. Am Ende standen rund 140 Models auf der Liste.

Das Feld war so gemischt, wie man es sich für Düsseldorf wünscht. Da waren ein paar Gesichter, die man aus dem Germany’s Next Topmodel-Kosmos von Heidi Klum kennt. Daneben New Faces aus Köln, aus Münster, aus Hamburg. Einige hatten mehr als zehn Stunden Anreise hinter sich, mit Umstieg, mit verspätetem ICE, mit Rollkoffer und Garment Bag. Sie kamen, liefen, fuhren wieder zurück.

Und dann gab es die andere Gruppe, die genauso wichtig war: die, die kamen, um Kati live zu sehen. Mädchen mit ihrem besten Blazer, Jungs mit frisch geschnittenen Haaren, die am Ende nur ein Selfie wollten und ein „danke, dass du das machst“. Kati machte jedes einzelne Foto selbst.

Wie es weitergeht

Die Entscheidung fällt in der kommenden Woche. Kati und ihr Team sichten die Fotos, die Videos, die Notizen. Wer es in die Show am 13. Juni schafft, bekommt den Anruf direkt.

Die REBORN-Show selbst wird, wenn man Kati kennt, mehr als eine Aneinanderreihung von Looks. Sie wird ihre Handschrift tragen: Schmuck als Skulptur, junge Designerinnen  im Fokus, eine Inszenierung, die intim bleibt, auch wenn der Saal voll ist.

Wer an diesem Sonntag zwischen 13 und 18 Uhr im me and all war, hat gespürt, dass hier etwas wächst. Nicht nur eine Modelkartei, sondern eine Community. Düsseldorf hat an diesem Nachmittag bewiesen, dass es nicht nur einkaufen kann, sondern auch kommen, warten, arbeiten und träumen.

Am 13. Juni werden wir sehen, wer läuft. Bis dahin bleibt die Vorfreude. Und das Wissen, dass es, wie immer bei Kati, grandios wird.

Fotos: Constantin Voiculescu

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