Eine Runway-Show, die Innovation, Qualität und Nachhaltigkeit vereint – Die Visionär:innen der neuen Generation präsentieren ihre Interpretation von „wiedergeborener“ Fashion.
Am 13. Juni 2026 verwandelt sich Düsseldorf in einen Schauplatz für verantwortungsvolle High Fashion. Unter dem Titel „RE:BORN“ lädt die Designerin und Textilmaschinenbau-Ingenieurin Kati Schön zu einer Runway-Show, die technische Innovation, handwerkliche Qualität und ein klares Bekenntnis gegen Wegwerfmode verbindet.
Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Josef Hinkel und will zeigen, dass Düsseldorf mehr ist als Einkaufsmetropole – nämlich ein Ort, an dem Mode neu gedacht wird.
Was hinter RE:BORN steckt
Kati Schön kommt nicht aus dem klassischen Modedesign, sondern von der RWTH Aachen. Dort hat sie Textilmaschinenbau mit Schwerpunkt Woll-Recycling studiert. Dieses technische Wissen ist die Grundlage ihrer Arbeit: Mode entsteht nicht am Moodboard allein, sondern im Verständnis der Faser.
Mit RE:BORN baut sie darauf eine Plattform für eine neue Generation. Junge Talente sollen nicht nur zeigen, was ästhetisch möglich ist, sondern auch, wie aus Upcycling, Recycling und hochwertigen Materialien moderne Looks entstehen, die langlebig sind. Innovation und Ästhetik, so die Botschaft, sind kein Widerspruch.
Mode mit Haltung: Wertschätzung statt Masse
Der Kern der Show ist ökonomisch wie kulturell. Statt auf schnellen Konsum setzt RE:BORN auf den Erhalt von Werten.
Das begleitende Faktenblatt macht die Dringlichkeit deutlich:
• In Deutschland werden pro Person rund 19 Kilogramm Textilien jährlich verbraucht
• 1,5 bis 1,6 Millionen Tonnen Textilabfall fallen jedes Jahr an, ein großer Teil landet im Export und belastet Länder wie Ghana ökologisch
• Wolle und andere hochwertige Fasern sind keine Wegwerfprodukte, sondern technische Meisterwerke, die durch Recycling wieder zu Luxusgütern werden können
Düsseldorf wird dabei als Testfeld verstanden: Qualität soll zum Wettbewerbsvorteil werden, nicht die ständige Neuware.
Die Visionär:innen auf dem Laufsteg
RE:BORN versammelt acht Positionen, die jeweils einen anderen Zugang zu „wiedergeborener“ Mode zeigen:
• VERLAN STUDIOS – Tom Runge: Ausgebildeter Maßschneider, arbeitet mit hochwertigen Deadstock-Stoffen und kuratierten Flohmarkt-Fundstücken. Seine Kollektion verbindet traditionelles Handwerk mit surrealistischer Verspieltheit.
• Mara Ringkamp: Internationale Fashion Designerin (Abschluss 2024), zuletzt im Bridal- und Couture-Haus Claes Iversen. Präsentiert feminine Eleganz und erstmals eine exklusive Kinderkollektion – Mode als Brücke zwischen Generationen.
• Elena Stoymenova: 20-jährige Designerin aus Nordmazedonien, studiert am Fashion Design Institut Düsseldorf. Sie upcycelt einen alten Blazer ihres Großvaters, der als Kostümbildner am Theater arbeitete, und erzählt damit Familiengeschichte durch Schnitt.
• Anastasia Bisserow: Versteht Mode als tragbare Kunst. Von Volumenstudie „Kugelfisch“ bis zu Textilien aus Elektrokabeln. Ihre Kollektion „Russlanddeutsch“ übersetzt kulturelle Wurzeln in moderne Formen.
• Karlotta Oxana Haag: Siebtes Semester HAW Hamburg, Label Oxana Designs. Bekannt für progressive Schnittgestaltung und Materialien außerhalb ihres Kontexts. Zuletzt gezeigt beim Berliner Salon zur Berlin Fashion Week AW26.
• Bahar Fazeli: Seit 2009 eigenes Label in Krefeld. Fokus auf edle Seide und zeitlose Stücke. Ihr Credo: „Sei mutig, geh nicht mit der Masse und setze die Trends für dich selbst“. Verbindet orientalische Ornamentik mit italienischer Eleganz.
• Elena Ntonti – The Perfect Bride: Düsseldorfer Maßatelier. Spezialisiert auf Upcycling-Brautmode, verwandelt Reststoffe in Couture-Einzelstücke mit perfekter Linienführung.
• Silja Meise: Kostümkünstlerin aus Hagen mit über 25 Jahren Erfahrung, Dozentin für Textil-Recycling. Präsentiert „RECYCLING COUTURE“ – opulente Silhouetten aus geretteten Textilien, gefertigt mit teils historischen Handwerkstechniken.
Kati Schön selbst bezeichnet sich als „Fashion Lover“ und Schmuckdesignerin. Seit ihrer ersten Kollektion 2015 verbindet sie technisches Know-how aus dem Maschinenbau mit Marketing-Erfahrung und einem Gespür für Ästhetik. Für sie ist die Bühne ein Ort für Statements: Mode soll mutig sein, Konventionen herausfordern und Individualität feiern.
Ihr Ansatz ist persönlich: intuitives Design, unerwartete Details, Looks, die Glücksgefühle wecken sollen – und die zeigen, dass Langlebigkeit kein Verzicht, sondern ein Gewinn ist.